Licht am Ende des Medikamententunnels

⏱ Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Seit dem 14.08.2019 ist jetzt ein Jahr vergangen. Ein, für mich, schier endloses Jahr. Ich glaube, eines der schlimmsten, die ich je hatte. In diesem Jahr habe ich mich selbst verloren.

Habe mich nicht mehr gespürt, nichts mehr gefühlt. Ich kann mich an sehr viele Dinge nicht mehr erinnern, habe viele schlimme Dinge getan und Menschen verletzt. Auch habe ich mich selbst verletzt, habe mir und meinem Körper Dinge angetan, die nicht wirklich zu rechtfertigen sind.

Ich habe in diesem Jahr, wenn nicht schon vorher, meinen Lebenswillen verloren und meine Hoffnung auf Besserung aufgegeben.

Allein die Tatsache, dass ich nun also so krank bin, dass ich Medikamente brauche, um meinen Alltag halbwegs zu überstehen, hat mich fertig gemacht. Für mich war ich nun offiziell und ohne jeden Zweifel krank.

Ich war an dem Punkt, an dem ich mein Leben auch nicht mehr regeln wollte. Ich habe die letzten Jahre immer gekämpft und für eine Besserung meiner Erkrankung gearbeitet. Gebracht hat es bis hier hin nichts. Dann kann ich es eigentlich auch lassen.

Die Gedankenspirale ging immer weiter bergab. Es gab nun nichts Positives mehr. Keine schönen Erinnerungen oder Erlebnisse mehr. Ich habe diese erfolgreich mit negativen Dingen verknüpfen können.

Aufstehen lohnte sich dementsprechend auch nicht mehr. Mein Studium hat sehr gelitten, aber das ist egal. Immerhin habe ich weitaus mehr darunter gelitten.

All das waren meine Gedanken. Sie haben mich von Medikament zu Medikament über Entzug bis hin zum nächsten Medikament begleitet.

Bis es an meinen letzten Entzug ging.

Mein Ziel, einfach von diesen furchtbaren Medikamenten, die mir mein Leben noch umso einiges schwerer gemacht haben, weg zu kommen, war jetzt greifbar. Allerdings ist ein Medikamentenentzug nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich dachte schon, viel schlimmer könnte es mir gar nicht mehr gehen, aber doch… auch das habe ich durchgestanden.

Er ist nicht lange her. Wenige Wochen sind seit dem vergangen. Allerdings erlebe ich alles anders. Gefühle, die ich seit Jahren nicht mehr empfunden habe, tauchen in mir auf. Ich versuche sie allesamt positiv einzuordnen. Sie machen mich menschlich, sie machen mich emphatisch.

Wie soll ich glücklich sein können, wenn ich nicht bereit bin, auch den Schmerz zu akzeptieren?

Jetzt gilt es also aus unbewusst negativen Gedanken, bewusst positive Gedanken zu machen. Nicht einfach, aber möglich.

Eine neue Therapie unterstützt mich dabei.

Auch wenn es auf den Herbst zu geht, erlebe ich einen Frühling, neue Hoffnung und Lebenswillen. Natürlich von der Angst begleitet, diese Gefühle und Gedanken wieder zu verlieren, aber das sorgt auf jeden Fall für Dankbarkeit in jedem Moment, den ich so erleben darf, wie jetzt.

Dieser Post ist bestimmt sehr verwirrend und vielleicht ungeordnet. Allerdings schreibe ich grade, was mir in den Sinn kommt, wie es mir in den Sinn kommt.

Es soll zeigen, dass Medikamente nicht für alle gut sind. Ich hätte viel früher auf meinen Bauch vertrauen sollen.

Klar helfen Medikamente, das Schlechte nicht mehr so stark wahrzunehmen. Allerdings schotten sie dich auch von den positiven Gefühlen ab.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. tina von traumaleben sagt:

    Das tut mir leid, dass du mit Medikamenten so furchtbare Erfahrungen machen musstest, aber es freut mich auch zu lesen, dass es nun langsam wieder bergauf zu gehen scheint. Ich bin mit „Schlaftabletten“, nach paradoxen Wirkungen, sehr vorsichtig geworden und verweigere auch schon eine Weile die Empfehlung meiner Psychiaterin mit noch einem weiteren Antidepressiva zu beginnen. Irgendwann habe ich für mich beschlossen, dass es doch besser ist manche Gefühle (aus-)zuhalten und nicht immer nur zu dämpfen. Schmerz gehört zum lebendig sein nun mal auch dazu…

    Gefällt 2 Personen

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