Sabrina


Beitrag von Sabrina
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Hallo mein Name ist Sabrina und ich möchte ein bisschen was aus meiner Vorgeschichte mit Euch teilen. Ich bin mittlerweile, also 2021, 26 Jahre alt. Ich leide seit meiner Geburt an mehreren Problemen – physische wie psychische.

Für mich war das Leben eigentlich immer ein Kampf. Mit einem Jahr wurde ich bereits psychiatrisch begutachtet, weil sich bei mir viel Unruhe zeigte. Mit 6 Jahren wurde ich dann auf einer Schule eingeschult, die eine spezielle Förderung für Kindern mit Lernproblemen bis zu schweren Behinderungen anbot. Hier sollte ich speziell gefördert werden.

Dort ging ich in eine normale Klasse, wurde allerdings gesondert unterrichtet. Ab dem 3. Schuljahr wurde ich immer mehr gehänselt und dann sogar körperlich von anderen Kindern misshandelt. Ich weiß nicht warum, aber die Lehrkräfte griffen nicht ein und ich erhielt keine Hilfe. Aber ich sagte meinen Eltern auch nichts. Erst Jahre später erfuhr ich, dass sie es mitbekommen und auch darauf reagiert haben. Die Lehrer waren jedoch der Meinung, dass so etwas zwischen Kindern normal ist. Für mich wurde es mit jedem Tag schlimmer – dennoch nahmen meine Eltern mich nicht von der Schule. Das geschah erst in der 5. Klasse – als es immer mehr eskalierte mit der körperlichen Gewalt, d.h. als auch die Kinder, mit denen ich sonst eigentlich gut klar kam und die ebenfalls mit einer Behinderung aufgewachsen sind, anfingen mich zu misshandeln. Dann reagierten meine Eltern – am ersten Tag der Sommerferien erklärten sie mir dann, dass ich ab dem nächsten Schuljahr in eine andere Schule gehen würde. Auf dieser neuen Schule sollte ich nicht mehr gesondert, sondern zusammen mit allen anderen Kindern unterrichtet werden und normale Noten bekommen. Und so kam es, dass ich die 5. Klasse wiederholen und mich in eine frisch zusammengewürfelte Klasse integrieren konnte. Ich hatte große Angst, denn zu diesem Zeitpunkt glaubte ich als Kind nicht mehr, dass es in einer anderen Schule nochmal anders werden würde.

In den Ferien haben sich meine Eltern dann mit mir hingesetzt und mir ein paar Sachen beigebracht, damit ich in der neuen Schule klar komme. Ich bin heute noch stolz auf mich, dass ich es geschafft habe in 6 Wochen das komplette Alphabet in Groß- und Kleindruckbuchstaben sowie in Schreibschrift zu lernen. Und sogar das kleine 1×1 konnte ich nach 6 Wochen ganz gut. In der neuen Schule begann ich dann, entgegen meiner Befürchtungen, richtig aufzublühen. Obwohl ich das Klassenziel in der alten Schule nie erreicht habe, schaffte ich die 5. Klasse nun ohne viel zurück zu hängen. Ich wurde nicht mehr gemobbt und machte letztendlich meinen Hauptschulabschluss als Zweitbeste der Klasse.

Leider hielt diese gute Phase nach der Schule nicht an und schnell kam ich wieder mit Mobbing in Kontakt. Auf meiner ersten Arbeitsstelle wurde ich wieder gemobbt. Da auch die Chefin daran beteiligt war, musste ich die Arbeit irgendwann wechseln. Der Wechsel des Arbeitgebers sollte dann eine neue Chance sein – doch leider lernte ich dort meinen neuen Partner kennen, der mich nach einiger Zeit anfing zu misshandeln. Die physischen und psychischen Misshandlungen begleiten mich bis heute. In Zukunft möchte ich Euch u.a. über meine daraus entstanden traumatischen Erfahrungen erzählen.

In den folgenden Jahren musste ich immer wieder meine Arbeitsstellen wechseln, wurde von Kollegen und Chefs gemobbt und gekündigt. Auch das hat tiefe Wunden hinterlassen.

Auf einer neuen Arbeitsstelle lernte ich dann irgendwann meinen neuen Freund kennen. Irgendwann machte er mir einen Heiratsantrag und ich fühlte mich so glücklich wie noch nie. Leider hielt mein Glück nicht an. 6 Wochen vor der Hochzeit sagte mein Verlobter die Hochzeit ab mit der Begründung ich würde sein Leben zerstören. Ab diesem Zeitpunkt fing es an mit mir bergab zu gehen. Plötzlich holte mich meine Vergangenheit ein und es zeigten sich die ersten schweren psychischen Probleme. Durch ständige Kopfschmerzen musste ich bald in ein Krankenhaus. Nachdem ein Tumor oder ähnliches ausgeschlossen wurde, diagnostizierte man mir Migräne. Ich wurde entlassen und zu einem Neurologen weiterüberwiesen. Nachdem ich diesem von meinen langjährigen Gewalterfahrungen erzählt habe, überwies er mich direkt zu einem Psychiater. Dieser verwies mich dann wiederum direkt an eine Tagesklinik und sagte dazu, wenn meine Symptome schwerer werden sollten, sollte ich direkt in die Psychiatrie gehen. Einen Tag nach dem ich bei ihm war, begannen dann meine Panikattacken. Mein bester Freund und meine Eltern standen dem hilflos gegenüber. Sie konnten nichts mehr machen. Meine Eltern erkannten wohl zu dieser Zeit erst wie schlimm meine Lage war. Also ging ich vorübergehend in eine Klinik – auch um einem Suizidwunsch vorzubeugen. So überstand ich die Zeit bis zu einer gewünschten Aufnahme in eine Tagesklinik – bei der ich jedoch abgelehnt wurde. Es dauerte lange bis ich eine Tagesklinik fand, die mich aufnahm. Ich erhielt in der Klinikzeit das erste Mal die Diagnose der komplexen PTBS. Über die Zeit dort in den Kliniken möchte ich Euch auch hier auf dem Blog erzählen.

Erst nach der späteren Tagesklinik konnte ich wieder ein annähernd normales Leben beginnen.

So viel erstmal zu meiner Vorgeschichte…

LG Sabrina

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