Idioten und Arschlöcher


Beitrag von Maike
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Es gibt einige Dinge, die mein Vater mir predigt, seitdem ich klein bin. Zum Beispiel sagt er mir immer, dass ich mich nicht so über die anderen Menschen aufregen soll, denn auf dieser Welt gäbe es nur zwei Arten von Menschen – Idioten und Arschlöcher. Es liegt in ihrer Natur andere zu nerven und ihnen Schaden zuzufügen. Früher dachte ich immer, dass es gar nicht so sein kann. Inzwischen aber, glaube und predige ich es selbst. Es hilft mir.

Leider habe ich in meinem Leben schon zu viele Arschlöcher kennengelernt. Zu viele Menschen, die mir zu viel Schmerz zufügten. Aber Leute, ich und meine Ansichten sind keine Maßstäbe. Ich falle aus dem Raster, bin kaputt, krank.

Ich möchte, muss hier einfach über ein paar dieser Arschlöcher schreiben. Ihr versteht dann vermutlich besser, wieso ich meinem Vater diesen Spruch nun abnehme.

Es ist jetzt ziemlich genau 6 Jahre her, da gab es ein Arschloch. Ich erholte mich grade von einer Phase, in der ich nicht essen wollte, weil ich das Gefühl hatte, meinen Körper einfach nicht lieben zu können. Das Arschloch sagte zu mir, dass ich ja ruhig auch mal wieder Sport machen und abnehmen könne, ich sei pummelig geworden. Wenn ich heute Bilder von damals sehe, war da kein „pummelig“. Ich war sportlich, habe in meiner Freizeit sogar viel Akrobatik gemacht.

  • Seit diesem Tag überlege ich immer zwei Mal was ich anziehe und wie ich aussehe.

Es gab mal ein Arschloch, das ist 4 Jahre her, welches meine neue Beziehung nicht akzeptieren könnte und mich versuchte zu beeindrucken, in dem er mir erzählte, wie gut seine Freundin in ihn doch sexuelle befriedigen konnte. Als er merkte, dass dies bei mir nicht zieht, hatte ich sein Getränk über mir verschüttet.

  • Seit diesem Tag fällt es mir schwer über meine Beziehungen zu sprechen.

Dann war da noch ein Arschloch, die Situation ist jetzt 2 Jahre her, dass Leute, die Psychologie studieren und selbst psychisch krank sind, sowieso scheitern werden, weil sie nur versuchen sich selbst zu behandeln.

  • Seitdem habe ich das Gefühl mich ständig für meine Wahl des Studiums rechtfertigen zu müssen.

Und vor einem Jahr war da ein Arschloch, dass mich emotional so gebrochen hat, in jeglicher Hinsicht, dass mich körperlich verletzt hat…

  • Ich kann seither nicht mehr richtig schlafen und verletze ungewollt andere Menschen aus meinen Handlungen und Worten, die aus so großem Schmerz heraus entstanden sind.

Ich kann oft Gefühle, die ich habe, nicht einordnen, weiß nicht wie und ob ich reagieren kann.

Das hier sind so kleine und wenige Beispiele für Arschlöcher und Idioten, die mir bisher begegnet sind. Mein Leben war so eine Katastrophe. Auch, wenn ich heute überwiegend klarkomme und es mir recht gut geht, gibt es Situationen, wo ein so großer Schmerz auftaucht. Aus all diesen Situationen, durch all diese Arschlöcher und Idioten wurde ich so sehr geprägt, dass ich manchmal nicht weiß, ob ein gesundes Leben überhaupt noch stattfinden wird. Ich arbeite so hart an mir, versuche mich in jeder einzelnen Situation bestmöglich zu reflektieren, lebe abstinent…

Und trotzdem gibt es Situationen, wie gestern Nacht, wo einfach alles auf mich herabstürzt. Flashbacks und Panikattacken nehmen mir die Hoffnung auf ein bisschen Schlaf. Überall sehe ich Gesichter und Dinge, die ich am liebsten niemals gesehen hätte. Mein Schlaf besteht aus Bruchstücken von Alpträumen, unterbrochen von schweißgebadetem Erwachen in der nächsten Panikattacke. Und zwischen all diesen Dingen sind Leute, denen ich einfach weh tue, weil ich mich nicht mehr im Griff habe. Es tut mir so unendlich leid.

Der Tag heute ist so schmerzhaft, so kräftezehrend und kalt. Und wenn sich die Kälte legt, muss ich weinen. Ich versinke in Selbstmitleid und Schmerz, so wahnsinnig großem emotionalen Schmerz.

Das Einzige, was mir hilft, ist die Aussicht auf morgen, wenn die Schmerzen wieder weniger sind und ein neuer Tag beginnt. Ein Tag der vermutlich schön wird. Ich bin jetzt schon unendlich dankbar für morgen. Ich bin meinem Leben so dankbar, dass es nicht immer so schlimm es wie heute. Die Abstände zwischen diesen Zusammenbrüchen werden größer. Vielleicht kann ich irgendwann ja doch unbeschwert leben. Hoffnung.

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