Autor*innen

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Unser Autor*innen-Team setzt sich zusammen aus Menschen mit verschiedensten Ausprägungen von komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen bzw. Entwicklungstrauma und Traumafolgestörungen. Das Erfahrungsspektrum, der Umgang mit Trauma, die Meinungen zu Einflüssen und Umgangsweisen, genauso wie die Mitteilungsbereitschaft variiert und ist sehr breit gefächert. Aus den jeweiligen Beiträgen und den Autor*inneninformationen könnt ihr die Profile erlesen. Bei Fragen zu bestimmten Themen oder Erfahrungen könnt ihr die Autor*innen anschreiben.

Die Arbeit ist für uns Autor*innen eine Herzensangelegenheit. Wir legen die ganze Thematik nicht ad acta, sobald wir aufhören zu schreiben. Das Thema Entwicklungstrauma nimmt einen großen Teil unserer Leben ein, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Das heißt, Menschen, die hier schreiben und arbeiten, machen dies mit Leidenschaft und weil Sie etwas zu erzählen haben, für das es in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit viel zu wenig Raum und Verständnis gibt.

Deshalb begleite uns auf unserem Weg und werde Teil unserer Erfahrungswelt…


ein buntes Potpourri an Trauma-Erfahrungen


Komplexe posttraumatische Belastungsstörung
(komplexe PTBS) sowie Traumafolgestörungen (rezidivierende depressive Störung, Anpassungs- und Panikstörung) aufgrund psychischer und physischer Gewalt sowie Deprivation in Kindheit und Jugend

Ich bin 37 Jahre und habe ein fünfjähriges Kind.

Seit über 30 Jahren begleiten mich unterschiedliche Traumafolgestörungen der komplexen PTBS. Seit 2002 bin ich in (verschiedensten) ärztlichen Behandlungen. Über diesen Zeitraum wurden unterschiedliche Diagnosen aufgestellt und später revidiert oder als Folgeerkrankungen der komplexen PTBS zugeordnet (z.B. bipolare Störung, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Anpassungsstörung, Asperger Syndrom, ADS). Außerdem wurden verschiedenste Medikamente verschrieben und Therapien initiiert.

Was mir wirklich etwas gebracht hat, sind eine mehrjährige tiefenpsychologische und Jahre später noch eine Körperpsycho- und Traumatherapie, außerdem die Gespräche mit vielen ebenfalls betroffenen Menschen und ein daraus entstandenes Netzwerk; die Vertiefung in meinen Bücherschrank und das Studium der Soziologie, Erziehungswissenschaften, Sozialen Arbeit und Bildungswissenschaften; der liebevolle Umgang mit mir selbst und letztendlich einfach mein Ding zu machen.

Ich habe die Vision eines liebevolleren Umgangs miteinander, dass Menschen sich zuhören, auf Gefühle und Gedanken gegenseitig Rücksicht nehmen und die Würde eines Menschen wichtiger wird als der vorherrschende weit verbreitete Materialismus sowie feste Normen, Werte und Strukturen. Seit 5 Jahren beschäftige ich mich in diesem Sinne mit gewalt- und diskriminierungsarmen Umgangsweisen und spezialisier(t)e mich auf Möglichkeiten von bedürfnis- und interessenorientierten Lebensweisen und Begleitungsformen von Menschen als Sozialarbeiter*in.

Die verschiedensten Formen von Gewalt und Diskriminierung führen zu komplexen Traumatisierungen und einer Vielzahl von Traumafolgestörungen in unseren Gesellschaften – was vielen Menschen leider gar nicht bewusst ist. Da ich mich in diesem Bereich weiter engagieren möchte, habe ich 2021 eine Weiterbildung in der „Traumapädagogik“ abgeschlossen.

Ich möchte hier auf TRAUMALEBEN über meine Wahrnehmung der Welt und Erfahrungen schreiben, über meinen holprigen Weg durch Schule, Ausbildung, Maßnahmen der Jobcenter, Abendgymnasium und Studium, frühere und gegenwärtige Diskriminierung und emotionale Gewalt. Über gesellschaftliche, soziale und individuelle Verantwortung, über institutionelle Strukturen, die es Menschen mit Einschränkungen sehr schwer machen, darüber, ob es Gleichberechtigung und Inklusion wirklich gibt.
Aber auch über die verrückte Alltagsnormalität, die Berührungsängste von Menschen ohne Einschränkungen und Informatives rund um Entwicklungstrauma.

Komplexe Traumafolgestörung nach ersten
Bindungserfahrungen und sexuellem Missbrauch.
 

24 Jahre alt, Masterstudentin im sozialwissenschaftlichen Bereich und seit nun über 2 1/2 Jahren in Therapie.

Die Liste meiner Probleme und Symptome ist lang, vielfältig und ändert sich zudem ständig. Da aber meine kindlichen Schutzmechanismen und Bewältigungsstrategien früher vor allem darin bestanden meine Ängste in den Körper zu legen und vom Selbst abzuspalten sind meine dominantesten Probleme eine Emetophobie, somatoforme Störungen, das Gefühl der Scham, Angst- & Anspannungszustände sowie depressive Episoden. Letztere haben sich mittlerweile durch die Therapie stark gebessert, da ich gelernt habe das Leben etwas mehr anzunehmen und die Angst vor dem Kontrollverlust hingegen, etwas mehr loszulassen.

Was mir hilft sind Gespräche mit meinen Lieblingsmenschen, Schreiben, Lesen, mein Studium, Yoga, nun auch Tanzen und ein strukturierter Tagesablauf. Die Dinge, die ich lieber lassen sollte, um mich selbst zu regulieren, sind Benzodiazepine, Selbstverletzung, Alkohol und Zigaretten.

Ich möchte hier meine Erfahrungen mit euch teilen, in der Hoffnung, dass die eine oder der andere vielleicht etwas daraus für sich ziehen kann. Dabei möchte ich euch Einblicke in Tagebücher, geschriebene Briefe und E-Mails geben, in die Übertragungsbeziehung zu meiner Therapeutin, in die Ambivalenz meiner Gefühlswelt und in all die Dinge, die mich bewegen. Dabei schreibe ich über Erfahrungen und Menschen, die mich berühren und berührt haben. Über bodenlosen Schmerz, den Kontaktabbruch zur Familie, über Heilung, halt gebende Beziehungen und über das Fallen zurück auf sich selbst. Einfach über die vielen Seiten und Facetten eines Lebens, über die bitteren, vom Trauma geprägten, doch auch über das Leben abseits davon.

Ein Leben als Drahtseilakt – zwischen Leistung und „Normalität“ auf der einen Seite und den psychischen Abgründen, mit ihren zahlreichen schweren Einschränkungen, auf der anderen Seite.

Generalisierte Angststörung und rezidivierende depressive Episoden ausgelöst durch ein Entwicklungstrauma
(komplexe posttraumatisch
e Belastungsstörung) 

Ich bin 19 Jahre alt und widme mich derzeit meinem Psychologiestudium. 

Seit 8 Jahren steht nun meine Diagnose der generalisierten Angststörung und seit 6 Jahren die Diagnose rezidivierende depressive Episode.
Allerdings kann ich mich nicht an Zeiten erinnern, in denen ich völlig unbeschwert
war. 

Mein Interesse gegenüber der Psychologie besteht auch schon sehr lange, weshalb ich sehr froh bin, trotz vieler Umwege und Steine, nun doch meinem Wunschstudium nachgehen zu können.


In meiner Freizeit setze ich mich sehr für die Aufklärung zu psychischen Krankheiten, Gewaltprävention und Realitätsarbeit ein.


Einiges davon findest du auch auf meinem Insta-Account: Smily2809


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Du bist ebenfalls betroffen von Entwicklungstraumata?
Stehst am Anfang, bist mittendrin oder bereits im Heilungsprozess und möchtest nicht allein damit sein?
Du möchtest der Welt zeigen, dass es Dich gibt mit all deinen Erfahrungen und Problemen, wie es Dir im Alltag ergeht und welche Folgen dein Trauma mit sich bringt?
Dann mach mit und werde Teil unseres Autor*innen-Teams!


Traumasymptome entstehen nicht durch das traumatische Erlebnis, sondern durch erstarrte Energie, die nach dem Abklingen des traumatischen Erlebnisses nicht aufgelöst worden sind.
Solche Energierückstände bleiben im Nervensystem gebunden und können verheerend auf Körper und Geist wirken.

P. Levine, Trauma-Heilung

Um verstehen zu können, wie das verletzte Kind in unserem Inneren agiert, um die unbefriedigten Kindheitsbedürfnisse und das unaufgelöste Trauma auszuleben, müssen wir wissen, daß die primäre motivationale Kraft unseres Lebens unser Gefühl ist.

John Bradshaw, Das Kind in uns

Ihr habt Fragen rund um das
Thema Entwicklungstrauma?
Oder Wünsche,
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für und zu diesem Projekt?