„Mutausbruch“ – Eine Online-Selbsthilfegruppe

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„Mutausbruch“ – ein Aufruf zum Mitmachen bei unserer Online-Selbsthilfegruppe für Frauen, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch die ersten Bezugspersonen geworden sind.

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Die liebe Elisa von „Den Wolken so nah“ und ich haben uns für ein kleines Projekt zusammen getan, um gemeinsam ein Stück weit über den sexuellen Missbrauch hinweg zu wachsen. Die Idee ist die einer Selbsthilfegruppe über Zoom, in der wir uns ein mal die Woche oder je nach Bedarf online treffen, um uns auszutauschen über unsere Probleme, Erfahrungen, aber auch Ressourcen. Um gemeinsam weniger allein mit der Thematik sein zu können und um einfach einen sicheren Raum, neben der Therapie, für all das haben zu können – mit dem Ziel des „Empowerments“. Entstanden ist diese Idee beim Verfassen eines Kommentars auf Elisas Blog. Der Einfachheit halber und weil ich denke, er gibt das Warum hinter dieser Idee ganz gut wieder, füge ich ihn an dieser Stelle noch einmal ein, damit ihr ihn auch lesen könnt:

Liebe Elisa, deine Texte berühren mich immer sehr, schon eine ganze Weile lang. Auch, weil ich das was du beschreibst so gut nach empfinden kann, da ich selbst oft so fühle oder gefühlt habe, wegen Erfahrungen, die ähnlich wie deine waren (vor allem, was die Vatersache betrifft). In manchen Dingen bin ich schon einen Schritt „weiter“, in manchen nicht. Ich habe nach dem Lesen von deinen Texten schon öfter den Impuls verspürt, dir mehr als nur einen Kommentar da zu lassen, dir eine Verbindung anzubieten, zu schreiben „hier ist mein Kontakt, melde dich, falls du einmal reden möchtest, dich austauschen möchtest, mit einer, die eine ähnliche Geschichte hat, auch damit wir beide erfahren, dass wir mit dieser Sache gar nicht so alleine sind“. Ich war aber immer schrecklich unsicher, auch unsicher, ob du einen solchen Kommentar überhaupt lesen möchtest. Nun mach ich es aber doch und mir kam noch eine andere Idee beim Lesen deines Eintrages, die auch schon eine Weile in meinem Kopf herumschwirrt und die ich nun hier niederschreiben werde. Es ist der Gedanke eine kleine online (das wäre ortsunabhängig und jeder könnte dabei gemütlich zu Hause sitzen) Selbsthilfegruppe zu gründen, für Opfer von s* Missbrauch vielleicht auch spezifisch durch den Vater. Falls es dazu kommt, würde ich das auch organisieren, moderieren und solltest du ebenfalls Gefallen an dieser Idee finden, bräuchte ich auch nichts, also kein besonderes Engagement von dir, außer vielleicht ein „ich finde die Idee ganz cool/okay..“. Zumindest ich habe nämlich immer stärker das Bedürfnis mich mit anderen Betroffenen auszutauschen, da ich denke, dass das unglaublich bereichernd sein könnte, man viel voneinander lernen würde und ich all dem gerne einen noch viel interaktiveren Raum geben möchte, als das auf Blogs möglich ist. Warum schreib ich dir das nun alles hier hin… vermutlich, weil ich gerade eine allgemeine Mutphase habe, vielleicht auch, weil ich deiner Wut auf das Leben gerne ein Projekt / eine Idee vorschlagen möchte, wohin sie ihre Energie auch kanalisieren könnte und weil ich mittlerweile gelernt habe das Leben mehr anzunehmen und aufgehört habe daraus ständig verschwinden zu wollen. Verdammt beschissen und dunkel war dieser Weg bis hier hin, so viel mehr als das und er ist auch noch immer steinig, aber doch um einiges heller und mein Erleben ist ein komplett anderes geworden (im positiven Sinne), vor noch nicht allzu langer Zeit erschien das noch unmöglich, ja, sogar undenkbar. Es gibt so viele von uns, viel zu viele, die sich nach so einem Missbrauch nicht mehr „lebensfähig“ fühlen. Das macht mich so traurig und ich frage mich, warum wir uns das Leben gegenseitig nicht ein kleines bisschen leichter machen könnten, durch ein wenig Halt, gesehen werden, Unterstützung, Verbundenheit… Ich weiß nicht, vielleicht findest du das alles auch ganz blöd, auf jeden Fall ist das meine E-Mailadresse: tina_von_traumaleben@gmx.at .Meld dich, wenn du möchtest, wann du möchtest, auch unabhängig von der Selbsthilfegruppe, vielleicht auch nur für ein einmaliges Zoompläuschen, wegen was auch immer. Lass dir gerne Zeit, nichts muss. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen. Alles, alles Liebe

Bisher besteht unsere Selbsthilfegruppe also aus Elisa und mir und deshalb suchen wir noch weiteren betroffenen (erstmal nur) Frauen, die mitmachen möchten. Wenn du Überlebende von sexuellem Missbrauch durch die ersten Bezugspersonen (also Vater/Mutter/vergleichbare erwachsene Person) bist und du das Gefühl hast, dass du gut zu uns passen würdest, dann würden wir uns sehr über eine ausführliche Nachricht von dir freuen. Vielleicht fragst du dich auch warum es diese enge Eingrenzung des/der Täters/Täterin gibt? Einfach, weil es meist eine sehr spezielle Dynamik in der Herkunftsfamilie impliziert, es eine extreme Ambivalenz in der Gefühlswelt auslöst (wenn z.B. der Papa, den man über alles liebt, der einen beschützen sollte, sich an dir sexuell vergeht, dann passiert so viel… unaussprechlich Schreckliches…). Zudem kommt es auch oft zu einem Kontaktabbruch mit der gesamten Familie, zumindest im Fall von Elisa und mir, weshalb die Probleme und die Sehnsucht, die damit einhergehen, auch eine große Rolle spielen werden (Sekundärtraumatisierung, z.B fehlende Unterstützung von der Mutter usw.). Daraus ergeben sich viele Parallelen in unseren Lebensrealitäten und Gefühlswelten, die sonst vermutlich nicht so schnell gefunden werden würden. Ja und zuletzt liegt diese Eingrenzung auch daran, dass wir durch die Technik (Zoom) gezwungen sind eine relativ kleine Gruppe zu bleiben, ansonsten wird es ziemlich sicher Probleme mit der Internetverbindung geben und es wäre schon das Ziel sich im Videoformat auch tatsächlich sehen zu können. Wie und wohin sich die Gruppe entwickelt, hängt natürlich stark davon ab, wer und wie viele sich mit einbringen wollen, doch es wäre schön, wenn daraus vertraute, haltgebende und sichere regelmäßige Verbindungen wachsen würden, in denen gemeinsame Unterstützung sowie Heilungserfahrungen möglich sind. Wir verstehen uns natürlich nicht als Therapieersatz und haben auch nicht vor explizite Missbrauchssituationen zu schildern, deshalb wäre es von Vorteil, wenn du selbst in Therapie bist/warst bzw. soweit stabil bist, dass dich bestimmte Wörter/heikle Themen nicht (mehr) zu sehr triggern oder ähnliches. Wenn du dich angesprochen fühlst und gerne dabei wärst, dann schreib an tina_von_traumaleben@gmx.at (oder Instagram @tina_von_traumaleben) etwas zu folgenden Punkten:

  • Erzähl ein bisschen etwas über dich und ein paar Eckpunkte zu deiner Geschichte/deinen Erfahrungen.
  • Warum du bei unserer Online-Selbsthilfegruppe „Mutausbruch“ mitmachen willst und was dich dazu motiviert und bewegt hat?
  • Über welche Themen du gerne sprechen möchtest bzw. es dir vorstellen könntest darüber zu sprechen/dich auszutauschen? Was wäre dir besonders wichtig?
  • Solltest du auch einen Blog haben oder auf anderen Socialmediakanälen aktiv sein, dann freuen wir uns natürlich ebenfalls über den Link 🙂
  • Und sonst, schreib, was auch immer dir noch einfällt oder was du uns noch gerne mitteilen möchtest. Gerne viel Text!

Je ausführlicher du dich beschreibst, desto einfacher ist es natürlich für uns, uns von dir ein Bild zu machen. Das ist vor allem deshalb so wichtig, damit wir einen sicheren virtuellen Raum gestalten können, was uns ganz besonders am Herzen liegt.

Liebste Grüße und in freudiger Erwartung,

Tina

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