Ein Traum von Familie


Beitrag von Nicole
⏱ Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten
Beitragsbild von RODNAE Productions on Pexels.com

Heute ist es wieder soweit… Ich bin aufgewacht und hatte einen Traum. Einen schönen Traum.

Ich bin im Haus meines Vaters und seiner 2. Frau, bei denen ich einen Teil meiner Kindheit verbrachte. Nichts zu sehen von dem Alkohol, der harten Manier oder den Schreien im Haus während meiner Kindheit… Es ist eher besinnlich und schön. Meine Stiefschwester und meine Halbschwester, mein Vater, meine Stiefmutter – sie alle sind da, älter, im Heute angekommen. Mit einem Unterschied – die Familie ist nicht zerbrochen – wir sind dort alle zusammen, glücklich, lachend. Eine Cousine kommt vorbei, hat selber bereits zwei Kinder – im Alter meines Kindes. Sie spielen zusammen. In mir füllt sich ein Gefühl von Liebe und Zugehörigkeit.

Mein Kind – mein „Abenteuer“ – ist gerade krank. Husten und Fieber. Gleich bekomme ich Angst, dass es C. sein könnte. Ich habe den Vater angerufen, ob er das Abenteuer vllt. kurz besuchen möchte. Und ja, er kam und das Abenteuer freute sich. Und dann… Ein Gespräch über das weitere Vorgehen bei möglicher Verschlimmerung der Krankheitssymptome eskalierte zwischen ihm und mir. Er lehnt ärztliche Behandlungen ab und setzt seine Meinung als Grundgesetz für uns an. Als ich Argumente hervorbringe, warum wir gemeinsam darüber entscheiden sollten, macht er sofort zu und ich werde wütend. Ich sage er sei ein Diktator, für den nur die eigene Meinung zählt und dem wir einfach ungefragt zu folgen hätten – sonst würde es emotionale Gewalt hageln. Und so geschah es auch, er setzte sich nicht mehr zum Kind und strafte mich mit seiner Wut. Also bat ich ihn zu gehen, was er in seinem Wahn auch sogleich tat.
Er weiß, dass ich gerade mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe, dass ich große Angst habe meinem Kind nicht gerecht werden zu können. Dennoch ruft er mir von draußen noch zu, dass ich eine Versagerin bin und weitere Dinge, die ich nicht verstehen kann. Ich fühle die Last auf meinen Schultern so schwer, dass ich mich hinlegen möchte…

Mein Abenteuer ruft nach mir und ich lege mich zu ihm ins Bett und wir kuscheln. Langsam schläft es ein und ich fange an zu weinen. Früher hätte ich meine Mutter, meine Oma, meinen Opa oder eine meiner Schwestern angerufen, mir ihren Rat eingeholt, eine andere Meinung oder einfach lieben Zuspruch… Aber das geht nicht mehr, denn es ist niemand mehr da.
Ein Gefühl reißt mir ein Loch in meinen Magen und raubt mir den Atem. Ich schaue hin, fühle hin. Ich lasse mich fallen – bitte nur einen kleinen Moment. Und da sind sie wieder – die Bilder von der letzten Nacht, aus meinem Traum. So schön, so behütet. Ich lasse sie einfach laufen und sehe mich wieder in dem Haus mit meinem Abenteuer. Es liegt auf der Couch und kränkelt vor sich hin, mal sitze ich bei ihm und kuschele, mal mein Vater, meine Stiefmutter und mal meine Schwestern. Es ist schön, wir sitzen zusammen in der Küche, kochen zusammen Mittag, wir reden. Das Gefühl ist so… … und dann schrecke ich doch wieder hoch – das plötzliche Gefühl alleine neben meinem Kind zu liegen, alleine zu sein in seinem Leben (familiär von meiner Seite aus), nur ich, niemand weiter da, die ganze Zeit, immer, es reißt mir mein Bauch und mein Herz wieder auf. Es tut so weh. Es schmerzt so sehr, dass ich aufstehe und mich ganz automatisch irgendwelchen Dingen widmen möchte. Etwas tun. Irgendwas tun – nur nicht spüren was nicht da ist.

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